EINE HALLE FÜR METALLE


Sie war unser bisher größter Auftrag für die Firma Böge: eine zusätzliche Produktionshalle für die Sparte Chemisch Nickel.

Hier wird Chemisch Nickel als Verschleiß- oder Korrosionsschutz – für metallische Produkte und Maschinenteile – eingesetzt. Mit ihren 35 x 15 Metern stellte diese Halle eine erhebliche Erweiterung der betrieblichen Anlagen der Firma Böge dar.

Zur Baugeschichte: Nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch aufgrund der hohen technischen Anforderungen verlangte dieses Projekt unser ganz spezielles Know-how. Die Produktionshalle musste mit viel Equipment und besonderen Materialien ausgestattet werden, z. B. mit zwei inneren Kranbahnen, Spezialdichtungen zum Schutz gegen die aggressivsten Säuren, die es gibt, einer speziellen Entwässerung sowie Be- und Entlüftung. All das musste in den genauen Anschlusshöhen an die vorhandenen Hallenkonstruktionen angedockt werden – natürlich während des laufenden Betriebes!

Hier ergaben sich besondere technische Verquickungen: Zahlreiche armdicke Stromkabel mussten umgelegt werden, ebenso wie diverse Abschnitte des Entwässerungssystems. So etwas ist sehr kostenintensiv, exakt vorzuplanen und erfordert einen hohen Koordinationsbedarf zwischen dem Architekten, Fachingenieuren und involvierten Sonderbereichen. Damit eine funktionierende gewerbliche Einheit entstehen kann, ist stetiger Informationsaustausch unter allen beteiligten Parteien gefragt – und wie gewohnt hielt unser Team die Fäden einvernehmlicher Planung fest in der Hand. Das es dabei diesmal besonders gefordert war, hatte jedoch noch einen – im wahrsten Sinne des Wortes – tieferen Grund: den Untergrund.

Der Boden des Geländes war kontaminiert und das bereitete uns ungeahnte Schwierigkeiten. Die Ursache für das Problem lag in unmittelbarer Nachbarschaft, bei den hier ansässigen Hamburger Gaswerken. Vor Jahren hatten sie ihre Anlagen mit Zyaniden gewaschen und den Boden so weitläufig vergiftet – und zwar derart stark, dass die Kontaminationsfahnen gemessen und überwacht werden. Für das Bauvorhaben bedeutete das 100.000,– Euro an zusätzlichen Kosten!

Trotz aller Widrigkeiten haben wir die Produktionshalle Chemisch Nickel schließlich errichten können und den Fertigstellungstermin der Halle sogar vorgezogen (eine halbe Stunde vor der Eröffnung war der Architekt selbst noch am Werk- siehe Beweisfoto), damit die Firmen Böge pünktlich am 21.11.2008 Ihr 80 jähriges Betriebsjubiläum und somit auch die Einweihung der neuen Halle mit geladenen Gästen und mit vielen Überraschungen feiern konnte.