NEUER „HAFEN“ AM WALLGRABEN – DER UMBAU


Besonders nach außen werden die Veränderungen nach dem Umbau deutlich sichtbar. Die bis dahin vorherrschende Monotonie der Fensterbänder und die gleichmäßige Fassade mit Klinkerriemchen wurde durch die Vierfarbigkeit und die Einteilung in Zonen durchbrochen.

Die blaue Klammer der Brüstung über dem Erdgeschoss symbolisiert ein wenig den Schiffscharakter ebenso wie der orangene Teil, der eine stilisierte Brücke darstellt. Die orangene Fläche besitzt ein Logo, eine so genannte Windrose oder Kompassrose, die direkt aus dem Logo des Vereins abgeleitet wurde und wiederum eine Verknüpfung zur Seefahrt herstellt. Der Eingangsbereich wird maßgeblich beeinflusst durch den kräftigen Grünton neben dem Eingang als Signalfarbe für den Mieter des ersten Obergeschosses, des Lehrinstituts für Orthographie und Schreibtechnik.
Zum einen verliert sich dadurch dieser Mieter nicht im Gesamtbild und zum anderen sorgt die Farbe sogar noch für weitere Belebung. Ziel der Farbigkeit ist es, Leichtigkeit und Heiterkeit darzustellen. Beides Eigenschaften, die den Bewohnern dieser Einrichtung mit viel Einfühlungsvermögen wiedergegeben werden sollen. Die vorherige Fassade mit seiner monotonen Büroatmosphäre hätte sicherlich nicht diesen Therapiezweck des Vereins unterstützt.

Auf der Rückseite sind die Parkplätze und Fahrradstellplätze gelegen. Die Fahrradstellplätze sind witterungssicher unter einem Glasvordach angelegt. Auch die Fassade der Rückseite wurde gleichermaßen farbenfroh angelegt. Der „Lindwurm“, ein Entlüftungsschacht der Gemeinschaftsküche im Erdgeschoss, musste aus bautechnischen Gründen an die Fassade montiert werden. Durch das Vordach konnten auch die außen liegenden Motoren dieser Entlüftungsanlage ein wenig optisch kaschiert werden. Um zusätzlich Kosten zu sparen, wurden große Teile des alten Daches wieder verwendet.

Der ehemals zusammenhängende große Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss wurde durch eine Trennwand verkleinert, aber mit einer doppelflügeligen Tür versehen, sodass wieder ein Raum vom Grund hergestellt werden kann. Im Speiseraum wurde eine neue Schrankwand zum Teil aus bestehenden Schrankelementen, die an anderer Stelle abgebaut wurden, errichtet. Ein Durchbruch schafft einen erweiterten Essbereich vor der Küche. So entstand ein größerer Raum, der dennoch die Möglichkeit einer intimen Abgrenzung des Essbereiches zum Vorraum bietet.

Bei der Vordachkonstruktion wurden oben aufgelegte Winkel verwendet, die verhindern, dass Schnee herunterrutscht. Die Konstruktion besteht aus U-Profilen und Doppel-T-Profilen, die feiner wirken als Kasten- und Hohlprofile. Alle Befestigungen sind durch Edelstahlschrauben hergestellt, sodass nicht geschweißt werden musste und der Rostschutz der verzinkten Konstruktion an jeder Stelle hundertprozentig erhalten bleibt.

Die Außenfassade wurde nicht nur farblich untergliedert, sondern auch durch verschiedene Stärken des Wärmedämmverbundsystems profiliert. So entsteht räumliche Tiefe und interessante Schattenwürfe. Der seitliche Wandabschluss des Vordaches auf die Granitstelen wurde mit nicht rostenden Edelstahlschrauben und im Klebeverfahren auf den Granitstelen verankert.

Alle Innenräume sind nachträglich in die entkernten Geschosse mit Gipskarton-Leichtwandsystemen eingebaut worden. Der Wohn- und Schlafbereich, der von den Bewohnern selbst gestaltet wird, erhielt einen Bodenbelag aus PVC mit passender Sockelleiste. Bei der Gestaltung aller Räume wurde sehr viel Wert auf Helligkeit gelegt, d.h. alle Räume sind so angeordnet, dass sie möglichst viel Fensterflächen erhalten und die Funktionsräume wie Bad und Eingangsbereiche im Innenbereich der Wohnung liegen.

Im Eingangsbereich befindet sich immer die voll ausgestattete Pantry. Ober-, Seitenschränke und Ablagen wurden individuelle eingepasst, damit möglichst viel Stauraum entsteht. Die Bäder wurden an die besonderen Anforderungen der Bewohner angepasst und mit großen, leicht zugänglichen Duschen ausgestattet. Alle Wand- und Bodenfliesen sind ganzflächig abgedichtet, insbesondere im Bereich der Ecken. Alle Bäder erhielten zur Sicherheit einen rutschfesten Boden und eine zusätzliche Lüftung für ein angenehmes Raumklima.